Mittwoch, 22. September 2010

Spielbericht SG Dynamo Dresden – SSV Jahn Regensburg


21.09.2010
9.Spieltag 3. Liga
Ergebnis: 1 : 1
Zuschauer: 14.500
Tore: 0 : 1 Marco Haller (51.), 1 : 1 Alexander Esswein (83.)

Dienstagabend um 19 Uhr ist mit Sicherheit nicht gerade eine fanfreundliche Anstoßzeit, aber zum „Groundhoppen“ in der Woche ganz annehmbar. Also machte sich eine Autobesatzung (2x LE, 1x BBG) pünktlich 16.30 Uhr auf den Weg nach Dresden. Relativ schnell erreichten wir die Landeshauptstadt. Leider brachten die vielen Baustellen den Zeitplan durcheinander und so erreichten wir erst eine halbe Stunde vor Anpfiff das Rudolf-Harbig-Stadion. Der stadionnahe Parkplatz war dann auch seine 3 € (!) wert. Vom Parkplatz aus schon zu erkennen: Das neue „RHS“, eine sterile Beton-Stahl-Konstruktion, die auch in Wiesbaden, Wolfsburg oder Hoffenheim stehen könnte. Nur die alte Anzeigetafel hinter dem ehemaligen K-Block erinnert noch an den Charme des alten RHS. Für den Wucherpreis von 11,50 € (Vollzahler Stehplatz) und einer Warteschlange von geschätzten 1000 Metern betraten wir erst 17 min nach Anstoß den K-Block 1. Im Stadion war schon gut was los und die Dresdner Mannschaft spielte schön offensiv. Der K-Block am Dauersupporten, leider zog nur ein Teil des Blocks mit, was zu ähnlichen Szenen führte wie damals im neuen Zentralstadion. Trotz 4 Megaphonleuten machte nie der komplette Block mit, was auch an den Trennzäunen im Block liegen könnte. Der Rest des Stadions war gefüllt mit allerhand Sitzplatzzuschauern, die lieber Bier tranken und Fußball guckten anstatt ihre Mannschaft zu unterstützen. Würden nicht die Sitzschalen Schwarz-Gelb sein und so viele Dynamo-Zaunfahnen hängen, könnte man auch denken, man wäre in England. Die Halbzeitpause wurde durch eine nervtötende Audi-Show und sinnloser TV-Werbung auf den beiden Großleinwänden gefüllt. In der 51. min klingelte es dann im Dresdener Tor und man nahm das einzige Mal Kenntnis von den ca. 40 Gästen aus Regensburg. Dynamo machte heute keine gute Figur auf dem Rasen und Regensburg hatte eine bombensichere Abwehr. In der Zwischenzeit trommelte ein Mitglied von Red Kaos im K-Block eine sehr einprägsame Melodie, die mir persönlich sehr gut gefiel. Erst nach dem Ausgleichstor in der 83. min feuerte das ganze Stadion ihre Mannschaft an, ein geiler Anblick! Leider vergeigte Dynamo mehrere gute Chancen und so reichte es nur für ein Unentschieden.

Fazit: Das neue RHS gefällt mir überhaupt nicht, aber der neue K-Block ist ein Aushängeschild des ostdeutschen Fußballs. Vom Jugendlichen bis zum Rentner, vom Arbeitslosen bis zum Büroesel, vom Ultra bis zum Hooligan: Alles ist vertreten. Natürlich leidet die Kreativität unter der Masse, die im Block steht, aber bei einfachen Schlachtrufen zieht das ganze Stadion mit. Warum aber der A-, B- und Teile des C- Blocks geschlossen waren, kann ich mir nicht erklären. Alles in Allem ein schöner Fußballabend im Tal der Ahnungslosen.

Baba (der Numider im Ausguck)
Green Bastards Chemie Leipzig

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