Montag, 8. November 2010

Spielbericht FC Carl Zeiss Jena – SV Babelsberg 03

06.11.2010
15.Spieltag 3.Liga
Ergebnis: 0 : 0
Zuschauer: 4144 (200 Gäste)

Gerädert von der letzten Nacht klingelte früh um 10 Uhr mein Wecker. Beim Blick aus dem Fenster ging mir der Gedanke durch den Kopf, ob heute überhaupt gespielt wird. Egal, bei regennassem Herbstwetter verließen wir (2x Leipzig, 1x Babelsberg) gegen 12 Uhr die Heimat Richtung Jena. Die Fahrt war unproblematisch trotz schlechter Sicht und dank Broilers und Frittenbude verging die Zeit wie im Flug. Dank 20 Jahren Wiedervereinigung waren sogar die 98 km Autobahn dreispurig ausgebaut, Solidaritätsbeitrag macht's möglich! Jena begrüßte uns mit typischen DDR-Plattenbauten. Schick, jedoch größtenteils saniert. Dennoch eine sehr saubere und ansehnliche Stadt. Trotz ausgefallenem Navi erreichten wir nach anderthalb Stunden Fahrt unser Ziel. Geparkt wurde natürlich kostenlos abseits des Stadions. Von Weitem schon gut zu erkennen: Die Flutlichtmasten des Ernst-Abbe-Sportfeldes. Aufdem Weg beäugten wir die Heimfans, wo alles vorhanden war, vom Familienvater mit Tochter über Studenten bis hin zum typischen Kuttenfan. Beim Betreten des Sportfeldes dann aber der erste Minuspunkt: 9€ Vollzahler und ermäßigt nur für Schüler bis 14 Jahre. Frechheit! Rentner, Studenten und Arbeitslose werden hier wohl kein Schnäppchen schlagen. Auch die Verpflegung war Wucher, 2,50€ die Cola und 1,90€ die Minibratwurst, die aber wenigstens schmeckte. Da ich ja leider noch nie im Abbe-Sportfeld war, erstaunte es mich doch, wie klein es war. Im Vergleich zum alten Harbig-Stadion geradezu winzig, im Fernsehen dagegen wirkt es immer so groß. Die Zuschauer fanden sich heute größtenteils auf der Haupttribüne und in der Südkurve ein. Der Gästeblock war heute auch ganz gut gefüllt, auch die Zaunbeflaggung im ganzen Stadion war sehr ansprechend. 
Auf dem Feld traten heute an, Not gegen Elend. Und so wunderte es auch keinen, dass die wenigen Chancen vergeben wurden. Miserabelster Spieler war heute ganz klar Stroh-Engel, der dann auch in der 56. Minute ausgewechselt wurde. Dafür überzeugten heute die Gästefans, die einen wirklich guten Auftritt hinlegten. Neue und alte Lieder sowie reichlich Klatsch- und Hüpfeinlagen. Jena hingegen enttäuschte mich, Südkurve nur zu 2/3 gefüllt, leider nur 200 bis 300 Leute am Mitsingen und auch die Lieder kamen mir sehr bekannt vor. Was würden wohl einige Ultragruppen in Deutschland ohne YouTube machen? Bei einzelnen Standardsituationen wurde es dann aber auch mal laut, wenn die Haupttribüne mitzog. Das Tifomaterial und sein Einsatz über das ganze Spiel hinweg konnten allerdings überzeugen. Am Ende freuten sich beide Teams über einen Punkt, obwohl ein Sieg hier her musste. Zum Schluss provozierten noch ca. 25 Althooligans auf der Haupttribüne mit dem Bau einer U-Bahn und "Antifa Ha Ha Ha"-Rufen, welche nicht unbeantwortet blieben. So kam es zur Erklimmung des echt widerlichen Zauns (Bautznerart) und zu dem Austauschen von Nettigkeiten. An sich aber eine absolut unnötige Aktion, da Ordner und Polizei sofort zur Stelle waren. Solidarität gab es von der Horde Azzuro aus der Südkurve, die mit "Nazis raus"-Rufen die Gäste unterstützten. Der Stadionsprecher war heute natürlich die Oberhärte mit Kommentaren wie: "Liebe Gäste, in unserem Stadion hat Politik nichts verloren" oder "unsere Zäune sind gut einbetoniert, lassen Sie das". Die Zäune jedenfalls haben den Ultra-TÜV bestanden. Wir lustigen Drei verabschiedeten uns noch von den anderen zwei Leipziger_innen, die mit dem Zug angereist waren und machten uns auf den Heimweg. Die Rückfahrt verlief ereignislos und so begrüßten uns gegen 19 Uhr die Lichter unserer Stadt. Dank des Babelsberger Wetters hier in Leipzig fiel das Spiel der BSG Chemie ins Wasser.

Sektion Leipzig 1903

Fotoquelle:SL 1903

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen