Donnerstag, 18. November 2010

Spielbericht FSV Mainz 05 - Hannover 96

13.11.2010
12.Spieltag 1. Bundesliga
Ergebnis: 0 : 1
Zuschauer: 20.000 (Ausverkauft)
Tore: 0 : 1 Sergio Pinto (44.)

Für mich als Wendekind aus Leipzig war es schon etwas besonderes, ein Flutlichtspiel in der 1. Bundesliga zu besuchen können. Da konnte ich das Angebot meines Kumpels nicht ausschlagen. Für die 427 km lange Wegstrecke waren vier Stunden Zeit veranschlagt, was ein Treffen erst zur Mittagsstunde ermöglichte. Zu viert starteten wir pünktlich aus der Messestadt, voller Zuversicht heute einen neuen „Ground“ zu entern. Bei allerbestem Regenwetter machte das Autofahren wirklich keinen Spaß, dafür stimmte die Getränkeversorgung in unserem spanischen Volkswagen. Bei einem Zwischenstopp an einem Autohof wurde einem netten Herren schnell klar gemacht, dass Carl Zeiss Jena nicht erwünscht war. Und im örtlichen Bürgertempel wurden McSchnitte mit Salz und Pfeffer sowie MacGyver mit Spielzeug geordert. Für gute Stimmung unter den Besatzungsmitglieder_innen sorgte das seltsame Ernährungsverhalten meiner Sitznachbarin. Angekommen nach fast fünf Stunden Fahrt, empfing uns Mainz mit einem totalen Verkehrschaos. Ohne Navi wären wir hier aufgeschmissen gewesen. Der 80 Jahre alte Plattenbau, schick an der Hauptstraße gelegen, erinnerte mich an das schlimmste Leipziger Ghetto. Auf dem Weg zum Stadion am Bruchweg ging es vorbei am FSV-Fankiosk, wo beide Fanlager friedlich miteinander tranken. Generell war die Stimmung vorm Stadion sehr gelassen. Am Gästesektor reihten wir uns in die Schlange der wartenden Hannoveraner ein, die hier schon eine halbe Ewigkeit stand. Für den Ordnungsdienst anscheinend kein Grund, mal einen Zahn zuzulegen. Die Wartezeit verbrachte ich mit der Begutachtung des Stadions: Für mich eine glatte 5, ein hässlicher Wellblechcontainer mit Stahlrohrtribünen. Von innen machte es schon einen besseren Eindruck. Der Gästesektor lag auf der Gegengeraden und war aufgeteilt in Steh- und Sitzplätze, was mir persönlich sehr gefiel. Vor dem Spielbeginn sang sich ein Großteil der Gäste warm, währenddessen gab es eine Schalparade von den Heimfans zu „You'll Never Walk Alone“, zu der der komplette Heimanhang mitzog. Zum Intro präsentierten die Mainzer eine Choreo, die für mich aber keinen Sinn ergab. Mainz konnte ich das ganze Spiel über nur selten hören, was mit Sicherheit aber auch an meinem Standort lag.
Beim Tifomaterial konnte heute ganz klar Sechsundneunzig überzeugte. Diese lieferten auch einen lauten und ausdauernden Support ab, jedoch fehlten mir Lieder mit längeren Textpassagen. Überzeugen konnten heute die Vorsänger, die gemeinsam die Masse anheizten. Warum aber teilweise vier Vorsänger für einen Gästeblock gebraucht werden, kann ich mir leider nicht erklären. Nach dem Abbrennen von Pyro zum Anfang des Spiels und zum Führungstreffer von Sergio Pinto in der 44. Minute kochte die Stimmung über. Leider nervten die Besoffenen im Block, die mehr Bier konsumierten als sich am Gesang zu beteiligen. Krönung war dann der Typ, der sich neben mir übergab. Nach dem Abpfiff und dem Auffüllen der Bierreserven ging es wieder auf die Autobahn. Die Rückfahrt wurde dann mit Singen, Trinken und auch Schlafen verbracht. Höhepunkt war ganz klar der Besuch des McDoof in Eisenach: Nachdem erst einmal die heimische Disco-Jugend vertrieben war, wurde fleißig über die Freizeitbeschäftigung der einzelnen Mitarbeiter philosophiert. Wegen unseres guten Verhaltens durften sogar noch allerlei Geschenke in unsere Taschen wandern. Gegen 3 Uhr erreichten wir dann endlich wieder Leipzig und fielen todmüde ins Bett.

Baba (der Numider im Ausguck)
Green Bastards Chemie Leipzig

Fotoquelle: www.zaunsturm1905.de

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