Donnerstag, 20. Januar 2011

Spielbericht Eintracht Frankfurt – Hannover 96

16.01.2011
18. Spieltag 1.Bundesliga
Ergebnis 0 : 3
Zuschauer: 39.300 (ca. 1000 Gäste)
Tore: 0:1 Mohammed Abdellaoue (15.), 0:2 Christian Schulz (21.), 0:3 Didier Ya Konan (89.)

Fußball in Leipzig fällt mal wieder dem schlecht gelaunten Wettergott zum Opfer. Also nutzte ich diesen freien Sonntag, um mal wieder ein Häkchen im Groundhopping-Informer zu machen. Das Ziel war schnell bekannt: Frankfurt gegen Hannover, da treffen sich zwei Fanszenen, die nicht so gut aufeinander zu sprechen sind. Sonntag früh gegen 9 Uhr ging es für uns lustige drei los. Die Fahrt nach FFM war absolut ereignislos. Dafür gestaltete sich die Parkplatzsuche vorm Stadion relativ schwierig. Also entschlossen wir uns kurzerhand, auf dem Grünstreifen einer Auffahrt zur B 43 zu parken! Das Erwerben der Eintrittskarten war kein Problem, auf die Frage „Ermäßigt?“ antworteten wir mit „Ja, natürlich!“ und zack, wieder Geld gespart! Für 12€ (Stehplatz) ein Erstligaspiel ist akzeptabel. Eine Fantrennung vorm Stadion gab es erstaunlicherweise nicht, auch Polizeikräfte waren nur gering vorhanden. Dafür nervten allerhand Ordner und Stewards, sowie die permanente und lückenlose Videoüberwachung. Vorm Betreten des Blocks wiederholte Ganzkörperkontrolle, die völlig willkürlich, mal mehr und mal weniger intensiv war. Die gute Frau Klarerkorn erwischte es besonders hart, hätte ja sein können, dass Sprengstoff im Lippenbalsam war? Während ich gerade das Stadion und seine Atmosphäre auf mich wirken ließ, kam schon der nächste Ärger, denn das STEHEN auf einer Treppe im Waldstadion ist untersagt. Also quetschte ich mich an die Seite, damit ich die gelbe Linie nicht übertrat. 20 Minuten vor Spielbeginn war das Stadion immernoch halb leer, was sich aber noch bis zum Anpfiff ändern sollte. Zum Intro gab es heute in der Nordwestkurve allerhand Tifomaterial zusehen, was mich an die besseren Zeiten der italienischen Fankurven erinnerte. Lag wahrscheinlich auch an der blau-schwarzen „Ultras never surrender“-Zaunfahne aus Bergamo. Dazu schallte uns in ohrenbetäubender Lautstärke die Hymne der Eintracht entgegen. Ein geiles Gefühl! Der Anpfiff war erst 15 Minuten vorbei, da klingelte es bereits im Kasten von Eintracht-Keeper Nikolov, Torschütze war Mohammed Abdellaoue. Und gerade mal 6 Minuten konnte Christian Schulz erfolgreich zum 2:0 erhöhen. Die Stimmung wurde von Minute zu Minute besser im Gästeblock, trotz der Trennung der Supporter, durch die dämliche „Treppe muss frei bleiben“-Regel. Die Heimkurve zwar immernoch laut am Supporten, aber nicht mehr so wie vor den zwei Gegentoren. Halbzeitpause war dann wieder purer Kommerzterror. Werbefilme flackerten über alle 4 Videoleinwände, untermalt von Musik in abartiger Lautstärke, sodass eine normale Unterhaltung nicht möglich war. In der zweiten Hälfte machte die SGE mehr Druck und erarbeitete sich ein paar gute Chancen. Jedoch war 96-Tormann Zieler immer einen Tick schneller. In der 89. Minute machte Didier Ya Konan den Sack zu und Hannover nimmt drei Punkte mit nach Hause. Fazit zum Spiel: Beide Fanszenen präsentierten sich heute gut, sowohl optisch, als auch akustisch. Jedoch nervten die immer wieder angestimmten 08/15-Lieder, die quasi in jedem deutschen Stadion zu hören sind. Zum Ohrwurm wurde heute das Loblied der Gäste auf Didier Ya Konan. Frankfurt dagegen begeisterte heute durch die unglaubliche Masse an Tifomaterial und die enorme Mitmachquote im Block. Die Rücktour verlief wieder total entspannt und 23 Uhr hatte uns Leipzig wieder.

Baba (der Numider im Ausguck)
Green Bastards Chemie Leipzig

Fotoquelle: http://galerie.eintracht-online.net

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