Montag, 28. Februar 2011

Spielbericht FC Hansa Rostock – SV Babelsberg 03

26.02.2011
26. Spieltag 3.Liga
Ergebnis: 3 : 0
Zuschauer: 11.000 (ca. 350 Gäste)
Tore: 1 : 0 Tobias Jänicke (10.), 2 : 0 Michael Wiemann (49.), 3 : 0 Radovan Vujanovic (90.)


Who the fuck is Hansa Rostock?“ So oder ähnlich dachten wohl die meisten von uns, als es hieß „Auswärtsspiel in Rostock“. Bereits am Freitagabend reisten wir mit zwei Autobesatzungen nach Babelsberg. Nach dem obligatorischen Besuch im Dönerladen ging es fix zur Besichtigung der Übernachtungsstätte. Vielen Dank nochmal für die nette Unterbringung. Den Abend verbrachten wir dann in der örtlichen Kneipe, wo die eine oder andere verdächtige Person erspäht wurde. Bereits gegen 1 Uhr trennten sich dann unsere Wege und wir machten uns auf zu unserem Pennplatz. Ich war bereits gegen 6 Uhr wach, was aber nicht an der Aufregung lag, sondern an dem Totalausfall unserer Ofenheizung. So quälte ich mich später halb erfroren aus dem Schlafsack. Beim Verlassen der Unterkunft stellten wir dann doch fest, dass Brennmaterial zum Nachlegen im Hausflur stand. Shit Happens! Halb zehn begann unsere Reise mit dem Zug in die Hansestadt, die drei Stunden vergingen ohne besondere Vorkommnisse. In Rostock angekommen begrüßte uns der „Black Block“ der Polizei und so „gut“ beschützt bestiegen die ca. 90 Zugfahrer_innen den Gelenkbus in Richtung Ostseestadion. Nach zehn Minuten Busfahrt durch die wohl unsympathischste Stadt Norddeutschlands erreichten wir das Stadion, wo uns bereits die mit dem Bus angereisten Babelsberger erwarteten. Die Einlasskontrollen waren genau so sinnlos wie vor einem Jahr, als ich mit St. Pauli dort war. Zum Intro gab es im Gästeblock eine 14482 Tapete und blau-weiße Folienschwenker. Die Heimseite hingegen präsentierte ihr Tifomaterial und machte eine Schalparade. Trotz Gegentor in Hälfte eins war die Stimmung im Gästeblock richtig gut. Das Rostock durch die pure Masse einfach lauter war, ist wohl auch kein Geheimnis. Dennoch konnte man uns über das gesamte Spiel immer wieder wahrnehmen. In der Halbzeit Pause machte ich den Bratwurst- und Biercheck. Die Wurst schmeckte, jedoch gab es für das Lübzer Pils die Note 5. In zweite Hälfte gab es dann ein Breslauer Feuer zu bewundern, was einen unverständlich harten Ordnereinsatz zur Folge hatte. Nachdem dann noch ein Feuerlöscher unnötig zum Einsatz kam, eskalierte die ganze Situation. Da braucht sich der Ordnungsdienst nicht zu wundern, wenn es dicke Backen gibt. Nach der ganzen Aktion war dann auch die Luft raus und der Support plätscherte so vor sich hin. Dass Hansa heute auf dem Platz klar die bessere Mannschaft war, musste man sich schmerzlich eingestehen. Ohne Punkte verließen wirgeschlossen das Stadion, doch bereits am Ausgang wurden die ersten Gästefans rausgezogen. Eine wüste Rangelei war die Folge, die Krönung war dann noch ein sexueller Übergriff auf eine junge Dame durch einen heimischen Ordner. Nach dieser erschreckenden Tat kann ich es nachvollziehen, warum die Rostock-Anhänger so schlecht auf ihre eigenen Ordnungsdienst zu sprechen sind. Mit reichlich Verzögerung bestiegen wir den Bus Richtung Hauptbahnhof, was einigen Rostockern wohl nicht passte: Es folgten Steinwürfe und ein Leuchtspurgeschoss. Die Polizei verhinderte jedoch ein Aufeinandertreffen. Mit reichlich Verspätung erreichten wir den Zug, der uns wieder nach Berlin bringen sollte. Die Stimmung im Zug selber war sehr ausgelassen. Nachdem dann auch noch die Beleuchtung im Zugabteil demontiert wurde, lies es sich angenehm schlafen. Und das obwohl eine Reihe vor mir permanent Arbeiterlieder a cappella gesungen wurden. In Oranienburg eskalierte die Situation erneut auf dem Bahnsteig mit einer Hand voll Rostockern: Nach einem Flaschenwurf folgten Festnahmen und eine „20minütige Verspätung aufgrund von Fußballkrawallen“ (O-Ton der Zugbegleiterin). Gegen 22 Uhr erreichten wir dann endlich wieder den Berliner Hauptbahnhof, wo natürlich auch noch pöbelnde Rostocker auf uns warteten. In Babelsberg angekommen wurde noch der Dönerladen des Vertrauen angesteuert. Gut genährt trennten sich unsere Weg, zwei von uns blieben noch über Nacht in Babelsberg, während wir uns auf den Heimweg machten. Sonntagnacht um zwei Uhr fiel ich dann erschöpft aber glücklich in mein Bett.

Alles in allem eine sehr ereignisreiche Auswärtsfahrt mit vielen schönen Momenten, aber auch einigen sehr unschönen. Die Kogge schwimmt leider noch, aber die Mannschaft zeigte heute Kampfgeist bis in die letzte Minute. Auf den Rängen war heute Rostock besser, jedoch ist Lautstärke nicht alles. Und wahrnehmen konnte man uns nicht nur einmal im Stadion.

PS: Arbeitslos wo andere Urlaub machen! Wer sind hier die Zecken? ;-)

Sektion Leipzig 1903

Fotoquelle: http://eventshocker.wordpress.com/2011/02/

1 Kommentar:

  1. schöner bericht
    schau mal bei mir vorbei

    http://erste-bundesliga.blogspot.com

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