Mittwoch, 9. Februar 2011

Spielbericht FSV Zwickau - BSG Chemie Leipzig

06.02.2011
Testspiel
Ergebnis 3 : 2
Zuschauer: ca. 800 (200 Gäste)
Tore: 0:1 Marco Blanc (9.), 1:1 Philipp Mitzerschling (34.), 2:1 Christof Neumann (40.), 3:2 Marco Blanc (60.), 3:2 Marco Wölfel (68.)


Schlaflose Nächte bereitete mit das Freundschaftsspiel gegen Zwickau schon im Voraus, was aber nicht am Gegner oder der Anstoßzeit lag, vielmehr ging es um die Organisation der Bustickets und dem Fertigstellen der neuen Auswärtszaunfahne. Ohne jetzt lange rumzuheulen, es hat alles geklappt und der Punkt für die meisten auf einmal gekauften Tickets geht an mich. Für die Statistik, es waren ZEHN Tickets!

Sonntag früh um 7.30 Uhr wachte ich auf, als mein Handy klingelte und der Herr M. aus Gohlis meinte: „Wir kommen direkt zum Kreuz, sind alle noch im Zauberwald“. So ein Mist, das Spiel des Jahres (fantechnisch gesehen) und ich verpenne mal wieder. Egal, habe es dann doch rechtzeitig geschafft. Und so machten sich zwei Autobesatzungen über Umweg Hbf in Richtung Süden. Dort angekommen schnell noch die Reiseverpflegung aufgestockt und sich mit den Alkoholleichen aus Gohlis getroffen. Am Connewitzer Kreuz warteten schon eine Viertelstunde vor Abfahrt gut 100 Leute - ebenso wie die 5 Reisebusse inklusive unserer Mannschaft, die gemeinsam mit uns das Abenteuer Zwickau wagte. Bei dem ein oder anderen von euch kommt jetzt bestimmt der Olympische Gedanke, aber nein, die Zeit des Bengaloweitwurfs und Zaundrückens (römisch-griechisch) sind Gott sei dank vorbei. Für 13€ im Vorverkauf gab es die heißbegehrten Kombitickets sowie ein Chemie-Halstuch. Bei der Buswahl entschieden wir uns für den „joTOU-Bus“, der vom sympathischen Buslenker Uwe gefahren wurde. Auch wenn unser Uwe erst seit zwei Tagen den Führerschein hatte, steuerte er uns sicher an Ziel. Obwohl die Strecke keine 87 km betrug, brauchten wir doch tatsächlich drei Pinkelpausen, die ich alle artig nutzte. Landschaftlich erinnerte das Zwickauer Umland meinen Vordermann an dessen letztjährigen Rumänienurlaub, was ich nicht bestätigen konnte. Circa eine Stunde vor Anpfiff erreichte der Konvoi den Stadionparkplatz und mit lautem Schlachtgesang zogen wir in die Südkampfbahn ein. Ohne Kontrollen durch einen Ordnungsdienst und ohne jede Polizeipräsenz bezogen wir absolut friedlich unsere Position auf der Hauptgeraden. Das ehemalige Stadion der BSG Sachsenring Zwickau fasste einstmals 30.000 Zuschauer. Leider ist heute außer der Anzeigetafel (wie auch im Stadion der Friedens zu finden) nicht mehr viel zu erkennen vom einstmaligen Charme der Westsachsenkampfbahn. Die Zeit vor dem Spielbeginn vertrieben wir uns, indem wir bei den Choreovorbereitungen halfen, den Stahlrohrzaun beflaggten und die einheimische Küche testeten. Für das offizielle FSV-Bier gibt es allerdings eine glatte 5, schmeckte wie Oma unter'm Arm. Zum Intro gab es heute einen schlafenden Chemielöwen im Buddhastyle, flankiert von dazu passenden Folienschwenkern in grün, weiß und gelb. Mit dem Ertönen eines Gongs öffnete der Löwe seine Augen und Bunter Rauch stieg auf. Die Heimseite übte sich im Kaos-Intro, was aber auch zu gefallen wusste. Über die ganzen 90 Minuten gab es auf unserer Seite einen lauten, abwechslungsreichen und kreativen Support. Auf der Seite vom FSV waren die Leute die ganze Zeit über gut in Bewegung, aber wegen unserer eigenen Lautstärke nahm ich nur selten etwas wahr. Zum Spiel selbst kann ich nicht viel sagen, da ich außer dem Elfmeter nicht allzu viel wahrgenommen habe. Am Ende soll es wohl 3 : 2 ausgegangen sein. Seinen Höhepunkt hatte heute auch noch ein pummeliger Herr aus Dresden, der dieses Mal ohne Fahrrad (!) seinen Flitzer durchführte. Herrlich! Am Ende feierten wir noch ausgiebig mit der Mannschaft mit einer kleinen UFTA vom König Kamille, bevor es wieder Richtung Busparkplatz ging. Die Rückfahrt war auch nicht von schlechten Eltern, hier ein kleiner Auszug: „Alles scheiße, Fußball scheiße, Stadion scheiße, die Fans zu laut, man konnte gar nicht den Ball hören, alles scheiße, scheiße“. Auch unser Busfahrer bekam sein Fett weg, aber alles halb so schlimm. Er äußerte sogar seinen Unmut über die Kollegen im Linienverkehr. Nach der Ankunft in Leipzig trennte man sich recht schnell seiner Wege und ich war stolz, so einen schönen Tag miterlebt zu haben.

Fazit: Das Spiel der Saison, ein guter Gegner sowohl auf den Rängen als auch auf dem Rasen. Das heutige Motto „Respekt“ wurde vollkommen erfüllt. Und ich denke, es wurde heute ein weiteres Zeichen gesetzt, dass Fans auch friedlich eine Rivalität ausleben können. Ach so, und von der Polizei hab ich das während des gesamten Spiels nix gesehen und es gab trotzdem keine Toten, welch Wunder! Ich entschuldige mich für den Sarkasmus im letzten Satz und bedanke mich mit den letzten Worten bei den Leuten der Sektion Machern. Chemie Leipzig - du bist unser Leben!

PS: Beim Abbrennen von Pyrotechnik werden unter anderem Blausäure, Benzol und Kohlenmonoxid freigesetzt ;-).

Baba (der Numider im Ausguck)
Green Bastards Chemie Leipzig


Fotoquelle: http://diablos-leutzsch.net/testspiel-zwickau/
                http://www.redkaos.de/1011/chemiehf11.htm
                http://www.chemie-leipzig.de/galerie/cpg1418/thumbnails.php?album=97

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