Mittwoch, 14. Oktober 2015

SV 90 Jöhstadt - Lugauer SC

11.10.2015
8. Spieltag 1. Kreisklasse Mitte
Ergebnis: 3 : 4
Sportplatz am Schlösselweg
Zuschauer: 76

Nach einem feucht-fröhlichen Start in das Wochenende von Freitag auf Sonntag, stand am Morgen des Sonntages für eine bierseelige 4er Kombo, die lang und akriebisch geplante Reise (ca. 1 Jahr Vorbereitung), in den Heide PAAAAAAAAAARK!!!!!!!!! an.
Da allerdings die hart angesparten Moneten für den Ausflug vom Fahrer und Schatzmeister, an den beiden Nächten vorher, lieber sinnvoll in Ethanol-Aktien angelegt wurden (sehr gute Aussichten auf hohe Renditen im Promille-Bereich) entschied er sich spontan und ohne es den drei weiteren, noch immer volltrunkenen Mitfahrern, mitzuteilen, das Reiseziel zu ändern. Statt dem heiß ersehnten Sommerresort in der Lüneburger Heide, erwartete die Reisenden die eisige Kälte der Bergbauregion des Osterzgebierges in dem dort befiendlichen Ort Jöhstädt ähh Stadt. Der diabolische Plan des Schatzmeisters bestand darin, die Reisenden durch Bier und Fußball abzulenken, sodass das eigentliche Reiseziel in Vergessenheit gerät. So kam es, dass die Reisegruppe hochkarätigen Kreisklasse Fußball zwischen dem SV 90 Jöhstadt und dem Lugauer SC zu Gesicht bekam. Stilecht wurde neben der nächstbesten Nazikarre französich eingeparkt, und der Weg zum Sportplatz angetreten. Die Befürchtungen waren schon groß in irgend einem Nazikaff gelandet zu sein, doch zur Überraschung aller erblickten wir eine kleine aber feine antifaschistische Gruppe der Bandito Azzuro Ultras JöhstadtFix noch vor Anpfiff sich 'ne Hüsle am Bierstand besorgt um dann erheitert das Treiben auf und neben dem Platz verfolgt. Das Spiel war ein richtiger Kreisklasse-Kracher, neben 7 Toren, war das Niveau auf dem Platz mindestens genauso schlecht wie der Platz selbst. Highlights waren neben den diversen eher unfreiwilligen Slapstick Einlagen der Spieler, der Schiedsrichter, der, und davon waren alle Anwesenden überzeugt, direkt aus den 80igern in Mantafahrer Outfit auf den Platz gebeamt wurde. Der Support der Ultras Jöhstadt war durchaus respektabel, wenn auch nicht sonderlich textlastig. Dafür jedoch ziemlich druchgängig, und als der SV 90 Jöhstadt in der zweiten Halbzeit sogar kurzzeitig den Ausgleich schaffte kam ein wenig Euphorie auf. Die antifaschistische Ausrichtung der Gruppe verdient größten Respekt. In einer Region wie dem Osterzgebierge wo sog. besorgte bürgerliche RassistInnen Hand in Hand mit Nazis gegen Menschen, die nicht in ihr verschrobenenes Weltbild passen, hetzen und es immerwieder zu gewalttätigen Übergriffen kommt, ist antifaschistisches Engagement eine nicht gerade ungefährliche Sache. Um so schöner ist es, dass sich auch in dieser Region Menschen finden, die sich der rassistischen Hetze entgegen stellen, so, wie die Ultras aus Jöhstadt. Doch nun zurück zum Anfang: Der diabolische Plan des Schatzmeisters ist nicht ganz aufgegangen, zwar herrschte unter den Reisenden eine ausgelassene Stimmung, doch das Gefühl, nicht die Möglichkeit zu haben aus einer Holzachterbahn zu kotzen hat die Stimmung doch ein wenig getrübt. So wurde der spontane Entschluss gefasst nach dem Spiel eine nahegelegene Sommerrodelbahn aufzusuchen, um stattdessen aus selbiger zu kotzen. Leider wurde auch dieser Plan nach einer Irrfahrt um den Fichtelberg verworfen. Am Ende bleibt festzuhalten, es war ein überraschend spaßiger Nachmittag im Tal der wohl nicht ganz so Ahnungslosen, der Schatzmeister wurde abgesetzt und letztendlich waren alle glücklich am späten Abend wieder zurückzukehren auf ihre kleine antifaschistische Insel im braunen Meer von Sachsen.

Der Schatzmeister a.D.
Green Bastards – Chemie Leipzig


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