Samstag, 4. November 2017

BFC Dynamo Berlin – BSG Chemie Leipzig

22.10.2017
12. Spieltag Regionalliga Nordost
Ergebnis: 3 : 0
Ludwig-Jahn-Sportpark
Zuschauer*innen: 3215


Es ist nun schon eine Weile her, dass wir uns schriftlich zu einem Spieltag zu Wort gemeldet haben. Es ist logisch, dass es momentan einfach wichtigere Dinge und Aufgaben gibt, denen wir uns widmen müssen, schließlich ist die Regionalliga eine ganz andere Situation. Dennoch packte mich neulich das Verantwortungsgefühl, beim Stöbern durch den Blog, euch mal wieder einen Spielbericht zu kredenzen. Das Spiel am Sonntag dem 22.10.17 bot sich dafür mehr als an. Hier also meine Eindrücke zum Auswärtsspiel in Berlin.
Am Sonntag war es also soweit, das heiß ersehnte Spiel gegen den BFC Dynamo stand an. Angereist wurde im Sonderzug, seit über 20 Jahren das erste Mal in der Historie der chemischen Fan Gemeinschaft. Für viele unserer Jüngeren überhaupt das erste Mal Sonderzug, auch für mich. Den Tag startete ich stilecht verkatert, nach 2 Stunden Schlaf. Als ich gemeinsam mit meinem Companion die Treppen des Hauptbahnhofes erklimmte, stand da schon der Rest der Bande, plus hunderte andere ChemikerInnen.
Alle mindestens genauso voller Vorfreude wie ich. Unsere Brüder und Schwestern aus Frankfurt waren ebenso angereist, um uns an diesem Tag beizustehen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön nach FFM für die zahlreiche Unterstützung! Relativ schnell ging es dann zum Gleis, wo dann auch erst mal Ende war. Die Deutsche Bahn hatte nicht allen Ernstes 5 statt die 7 bestellten Wagons geschickt. Angeblich wurde erst am Morgen bemerkt, dass die 2 fehlenden Abteile defekt wären. Scheiß Deutsche Bahn, wie kann man nur so unorganisiert sein, oder war es doch etwa pure Absicht? Ändern konnte man es in diesem Moment eh nicht. Fakt war eins, alle kommen mit! So wurde sich kurzer Hand irgendwie in den Zug gequetscht, ging auch, aber geil war es nicht. Das war dann auch der Grund den Gruppenkonsens, die Hinfahrt nüchtern zu erleben, über den Haufen zu werfen. Es wurde sich mit Cider und Bier eingedeckt und der Chantré ( der weiche ) ausgepackt. Gleichzeitig wurde der Schalter für dummes Gequatsche umgelegt und kurzer Hand eine Sitzgruppe okkupiert, zum Leid der um uns herum sitzenden Menschen. So vertrieb ich mir mit der Bande die gesamte Fahrt. Wie schnell die Zeit vergehen kann, wenn man das Niveau zu Hause lässt. In Berlin Gesundbrunnen war für uns Endstation. Als ich aus dem Zug purzelte, bot sich mir ein wahnsinniges Bild,
ein endlos erscheinender Strom aus Grün Weißen SchlachtenbummlerInnen formierte sich zu einem der größten Fanmärsche der letzten Jahre. Auf dem Weg zum Ludwig Jahn Sportpark dröhnte immer wieder ein brachiales „HA HO HE, wir hassen den BFC“ und andere schöne Lieder über unsere BSG. Am Stadion angekommen, ging es dann auch relativ schnell hinein. Die Einlasskontrollen waren im großen und ganzen okay, angekündigt war es ja anders. Als ich im Gästeblock ankam, ging es auch schon los. Eine coole Blockfahne wurde präsentiert und sofort startete der Mob extrem laut, was dazu führte, dass ich mich schnell in Ekstase sang. 90 Minuten lang schmetterten wir dem wirklich leisen Heimanhang unsere Lieder und Schlachtrufe um die Ohren. Ich war wirklich ein wenig enttäuscht, was für ein Bild die Berliner darboten. Es scheint wohl nicht mehr viel übrig zu sein vom glorreichen BFC, außer ein paar in die Jahre gekommene Schlägertypen. Ein Grund mehr zu zeigen, was wir können und so schrien 1.300 Mitgereiste ihre Mannschaft nach vorn. Für Aufsehen sorgte ein Elfmeter für Chemie in der 5 Minute, der, trotz dass er gut geschossen war, leider gehalten wurde.
Ab da an bot sich uns ein wirklich umkämpftes Spiel, einschließlich Splatterfilm Einlage unseres Kapitän Stefan Karau. Alter Falter sah das schlimm aus, überall war Blut, doch er steckte es nach kurzer Behandlung einfach weg und lief wieder auf. Respekt! Ich sah den Willen unserer Elf, doch leider reichte dieser nicht aus und so netzte der BFC insgesamt 3 Mal in den Kasten von unserem Keeper Latte ein. Dies war dem Mob aber egal, der Kampfgeist der Mannschaft übertrug sich auf die Ränge und so rissen wir 90 Minuten lang die Hütte ab. Klar gibt es immer Luft nach oben, aber ich denke im Großen und Ganzen haben wir gezeigt, wer wir sind und was wir darstellen.Den BFC jedenfalls haben wir in Grund und Boden gesungen. Nach dem Abpfiff wurde unsere Elf, trotz Niederlage, gebührend gefeiert. Die Leistung, die sie an diesem Tag erbrachten, bot auch mehr als Anlass dazu. Es ist nun mal keine Schande als Aufsteiger, beim Tabellen 2ten zu verlieren. Gekämpft haben sie und nur das zählt. Das ist nun mal Chemie, niemals aufgeben! Auf dem Rückweg dann die, trotz der Niederlage, heitere Stimmung genutzt und da angeknüpft, wo man beim Ausstieg aus dem Zug aufgehört hat. Bier und Chantré, dazu süß schmeckende Zigaretten in Massen. Dies sorge dann auch für die total Ausfälle bei 90 Prozent der Mitreisenden. Auf das Partyabteil wurde verzichtet und Kurzerhand das Eigene zu einem gemacht. Scooter und Blümchen begleiteten dann die im Gang ravenden Menschen bis nach Leipzig in voller Lautstärke. Die einen oder anderen bösen und unverständlichen Blicke wurden geerntet, was aber gleichgültig abgetan wurde. Irgendjemand kam dann auf die Idee, dem „Unterzug“ ein „Match“ anzubieten. Dies ging verloren, waren die anderen aber auch viel mehr oder ich sah doppelt oder beides. Danach gab es, wie es sich gehört, Handshake und Bier und es wurde weiter getanzt. Wenn ich in einem Wort beschreiben müsste, was auf der Rückfahrt abging, würde ich sagen: Utopisch!
In diesem Sinne: Niemand wie wir!


Green Bastards
Chemie Leipzig

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