Dienstag, 12. Dezember 2017

TSG Neustrelitz vs BSG Chemie Leipzig

03.12.2017
17. Spieltag Regionalliga Nordost
Ergebnis: 3:0
Parkstadion
Zuschauer*innen: 628

Das letzte Spiel vor der Winterpause sollte nochmal ein kleiner Kraftakt für alle werden, ging es doch mit knapp 300 km zum am weitest entfernten Gegner ins mecklenburgische Neustrelitz. Den Wecker also auf viertel 6 gestellt und mit noch leicht verkniffenen Augen ging es ab zum Treffpunkt. Dort mit den bekannten Gesichtern den vorderen Teil einer der Busse belagert und schon konnts losgehen. Verlief die Hinfahrt bereits dank White Russians & Kahlúa bei Teilen unserer Jogger-Crew äußerst motiviert, erst mal die große Ernüchterung bei Ankunft in Neustrelitz: Ein Stadion am Arsch in der Pampa und das dazu einsetzende Schneetreiben ließen wenig Freude auf die nächsten 90 Minuten Kälte aufkommen. Das Beste daraus gemacht und relativ breit im Block aufgestellt, gab‘s zum Anpfiff ein kleines Doppelhalter-Intro. Das „Kämpfen Chemie“ darauf und der mit Blut verschmierte capitano Karau vom BFC-Spiel konnte sich sehen lassen! Der Support für die ersten paar Minuten ging sicher in Ordnung. Als vorteilhaft erwies sich hier die eigenwillige Akustik des Stadions, denn donnernde Wechselgesänge konnten dank des Schalls einfach mit dem weiten Rund ausgetauscht werden! Von den wenigen Heimfans war da heute eh nicht mit Gegenwehr zu rechnen. Waren die meisten der etwa 300 grün-weißen Schlachtenbummler*innen zu Beginn noch halbwegs gut aufgelegt, machten sich bei einem der Auswärtsfahrer massive Ausfallerscheinungen breit. So verlor sich die Spur besagter Person mitten während des Spiels, nur um sie später vollgetankt und schlummernd im Bus vorzufinden. Mentalità? (Anm. d. Red. Bei der gezeigten Leistung konnte man nur den Chemnitzer machen) Einiges an Elan besaßen im Übrigen diverse Sportsfreunde auf den Rängen. Manchen Heißspornen war die Hinfahrt und vermutlich auch der Schuss Amaretto im Glühwein so sehr zu Kopf gestiegen, dass die volle Energie auf Pöbeleien gegen Schiri, Heimfans und gegnerische Mannschaft konzentriert wurde. Was unsere Glühverein verwöhnten Stimmen (und Köpfe!) nicht nach vorne peitschen konnte, war hingegen unsere Mannschaft. (Anm. d. Red. Wie gesagt, fünf Bier in einer dreiviertel Stunde, Chemnitz bleibt asozial) Die spielte in der ersten Hälfte ohne jegliche Konzentration und ließ sich drei Buden in gut 30 Minuten reinzimmern.
Und das von einer Hillbillytruppe wie Neustrelitz, die selbst im unteren Ende der Tabelle vor sich hindümpeln. Ergebnis: Spiel so gut wie gelaufen, die Stimmung natürlich im Keller, nur konsequent die Einstellung des Supports. Will man die Klasse diese Saison halten, dann darf man sich nicht von solchen Erfolgen wie dem Sieg im Pokalspiel gegen Zwickau oder das Unentschieden auswärts bei L*K einlullen lassen. Wenn es drauf ankommt, dann müssen genau solche Begegnungen wie gegen Neustrelitz gewonnen werden, um zu seinen Punkten in der Liga zu kommen. Der Sturm, der heute erst in der zweiten Hälfte so etwas wie Präsenz demonstrieren konnte, ist mit acht Treffern der schwächste der Liga. All das dürfte nicht neu sein und so begrüße ich die Ansage von Trainer Demuth, den Angriff während der Winterpause mit zwei neuen Spielern (Anm. d. Red. Branden Stelmak soll es in der Rückrunde richten) aufzufrischen. Mit Abpfiff gab es dann nochmal ein paar Worte des Frusts und der Enttäuschung gegenüber der heutigen Leistung. Nach der Winterpause schreitet die Mannschaft dann hoffentlich mit mehr Elan voran, um sich auf einem sicheren Tabellenplatz zu konsolidieren. Die Rückfahrt knüpfte da an, womit auf der Hinfahrt bereits gut vorgelegt wurde. So flossen diverse alkoholhaltige Getränke in Strömen unsere Kehlen hinab, die Musik wurde voll aufgedreht und der Bus einfach kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert. Highlight der Rückfahrt war sicher das Gesangsduell des Vorderbusses gegen die Spaßbremsen aus dem hinteren Teil. Welle um Welle an passionierten Gesängen drang durch den Bus. Immer lauter, verspielter, besoffener sollte es werden! Dass der Hinterbus die AfD wählt, dürfte inzwischen sicher jedem klar geworden sein, hehe. Klarer Sieg nach K.O. des hinteren Abteils würde ich da mal sagen! Nach Wiederankunft in Leipzig besinnungslos aus dem Bus getorkelt, noch kurz was essen gewesen mit weiteren Hungrigen und ab ging es nach Hause, um nur noch ins Bett zu fallen. Trotz schlechten Spiels eine gelungene Abschlussfahrt 2017.
Green Bastards - Chemie Leipzig
Wir sind keine Fans, wir sind eine Gang!


Mittwoch, 29. November 2017

Rezension Sandwichmaker #0

Neben Kreuzfahrt und Höllenritt nun also Sandwichmaker, warum das gute Stück so heißt wird allerdings nicht verraten. Mit Esra, Asiago und Bernd geht es in die Niederungen des Amateur Fußballs, nach Tschechien oder nach England in die Premier League. Ein bunter Mix im liebevoll schwarz-weiß Layout, was man sehr gut als old School bezeichnen kann. Nicht so old School ist der gute Esra, der hat nämlich Flugangst, was für ihn das Groundhoppen merklich erschwert. Krasse Derby's und Pyro Eskalationen sucht man vergeblich, dafür ausführliche Informationen zu Spielorten und Verpflegung. Aber auch die Fanszenen kriegen ihr Fett weg, im positiven wie
negativen Sinn. Minuspunkte gibt es für das fehlen von Spielen unserer heiligen BSG, sowie ausführliche Suffgeschichten (mit dem Zug in die Thüringer Provinz, das hält man nicht nüchtern aus) fehlen. Kaufempfehlung gibt es trotzdem, 55 Seiten für 1,50€ ist mehr als fair. Hoffen wir das noch ein paar Autor_innen in Zukunft dazu kommen und der versprochenen Graffiti Teil sein weg ins Heft findet.
Im Zweifel für den Zweifel.

Samstag, 4. November 2017


http://diablos-leutzsch.net/13-spieltag-1718/

BFC Dynamo Berlin – BSG Chemie Leipzig

22.10.2017
12. Spieltag Regionalliga Nordost
Ergebnis: 3 : 0
Ludwig-Jahn-Sportpark
Zuschauer*innen: 3215


Es ist nun schon eine Weile her, dass wir uns schriftlich zu einem Spieltag zu Wort gemeldet haben. Es ist logisch, dass es momentan einfach wichtigere Dinge und Aufgaben gibt, denen wir uns widmen müssen, schließlich ist die Regionalliga eine ganz andere Situation. Dennoch packte mich neulich das Verantwortungsgefühl, beim Stöbern durch den Blog, euch mal wieder einen Spielbericht zu kredenzen. Das Spiel am Sonntag dem 22.10.17 bot sich dafür mehr als an. Hier also meine Eindrücke zum Auswärtsspiel in Berlin.
Am Sonntag war es also soweit, das heiß ersehnte Spiel gegen den BFC Dynamo stand an. Angereist wurde im Sonderzug, seit über 20 Jahren das erste Mal in der Historie der chemischen Fan Gemeinschaft. Für viele unserer Jüngeren überhaupt das erste Mal Sonderzug, auch für mich. Den Tag startete ich stilecht verkatert, nach 2 Stunden Schlaf. Als ich gemeinsam mit meinem Companion die Treppen des Hauptbahnhofes erklimmte, stand da schon der Rest der Bande, plus hunderte andere ChemikerInnen.
Alle mindestens genauso voller Vorfreude wie ich. Unsere Brüder und Schwestern aus Frankfurt waren ebenso angereist, um uns an diesem Tag beizustehen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön nach FFM für die zahlreiche Unterstützung! Relativ schnell ging es dann zum Gleis, wo dann auch erst mal Ende war. Die Deutsche Bahn hatte nicht allen Ernstes 5 statt die 7 bestellten Wagons geschickt. Angeblich wurde erst am Morgen bemerkt, dass die 2 fehlenden Abteile defekt wären. Scheiß Deutsche Bahn, wie kann man nur so unorganisiert sein, oder war es doch etwa pure Absicht? Ändern konnte man es in diesem Moment eh nicht. Fakt war eins, alle kommen mit! So wurde sich kurzer Hand irgendwie in den Zug gequetscht, ging auch, aber geil war es nicht. Das war dann auch der Grund den Gruppenkonsens, die Hinfahrt nüchtern zu erleben, über den Haufen zu werfen. Es wurde sich mit Cider und Bier eingedeckt und der Chantré ( der weiche ) ausgepackt. Gleichzeitig wurde der Schalter für dummes Gequatsche umgelegt und kurzer Hand eine Sitzgruppe okkupiert, zum Leid der um uns herum sitzenden Menschen. So vertrieb ich mir mit der Bande die gesamte Fahrt. Wie schnell die Zeit vergehen kann, wenn man das Niveau zu Hause lässt. In Berlin Gesundbrunnen war für uns Endstation. Als ich aus dem Zug purzelte, bot sich mir ein wahnsinniges Bild,
ein endlos erscheinender Strom aus Grün Weißen SchlachtenbummlerInnen formierte sich zu einem der größten Fanmärsche der letzten Jahre. Auf dem Weg zum Ludwig Jahn Sportpark dröhnte immer wieder ein brachiales „HA HO HE, wir hassen den BFC“ und andere schöne Lieder über unsere BSG. Am Stadion angekommen, ging es dann auch relativ schnell hinein. Die Einlasskontrollen waren im großen und ganzen okay, angekündigt war es ja anders. Als ich im Gästeblock ankam, ging es auch schon los. Eine coole Blockfahne wurde präsentiert und sofort startete der Mob extrem laut, was dazu führte, dass ich mich schnell in Ekstase sang. 90 Minuten lang schmetterten wir dem wirklich leisen Heimanhang unsere Lieder und Schlachtrufe um die Ohren. Ich war wirklich ein wenig enttäuscht, was für ein Bild die Berliner darboten. Es scheint wohl nicht mehr viel übrig zu sein vom glorreichen BFC, außer ein paar in die Jahre gekommene Schlägertypen. Ein Grund mehr zu zeigen, was wir können und so schrien 1.300 Mitgereiste ihre Mannschaft nach vorn. Für Aufsehen sorgte ein Elfmeter für Chemie in der 5 Minute, der, trotz dass er gut geschossen war, leider gehalten wurde.
Ab da an bot sich uns ein wirklich umkämpftes Spiel, einschließlich Splatterfilm Einlage unseres Kapitän Stefan Karau. Alter Falter sah das schlimm aus, überall war Blut, doch er steckte es nach kurzer Behandlung einfach weg und lief wieder auf. Respekt! Ich sah den Willen unserer Elf, doch leider reichte dieser nicht aus und so netzte der BFC insgesamt 3 Mal in den Kasten von unserem Keeper Latte ein. Dies war dem Mob aber egal, der Kampfgeist der Mannschaft übertrug sich auf die Ränge und so rissen wir 90 Minuten lang die Hütte ab. Klar gibt es immer Luft nach oben, aber ich denke im Großen und Ganzen haben wir gezeigt, wer wir sind und was wir darstellen.Den BFC jedenfalls haben wir in Grund und Boden gesungen. Nach dem Abpfiff wurde unsere Elf, trotz Niederlage, gebührend gefeiert. Die Leistung, die sie an diesem Tag erbrachten, bot auch mehr als Anlass dazu. Es ist nun mal keine Schande als Aufsteiger, beim Tabellen 2ten zu verlieren. Gekämpft haben sie und nur das zählt. Das ist nun mal Chemie, niemals aufgeben! Auf dem Rückweg dann die, trotz der Niederlage, heitere Stimmung genutzt und da angeknüpft, wo man beim Ausstieg aus dem Zug aufgehört hat. Bier und Chantré, dazu süß schmeckende Zigaretten in Massen. Dies sorge dann auch für die total Ausfälle bei 90 Prozent der Mitreisenden. Auf das Partyabteil wurde verzichtet und Kurzerhand das Eigene zu einem gemacht. Scooter und Blümchen begleiteten dann die im Gang ravenden Menschen bis nach Leipzig in voller Lautstärke. Die einen oder anderen bösen und unverständlichen Blicke wurden geerntet, was aber gleichgültig abgetan wurde. Irgendjemand kam dann auf die Idee, dem „Unterzug“ ein „Match“ anzubieten. Dies ging verloren, waren die anderen aber auch viel mehr oder ich sah doppelt oder beides. Danach gab es, wie es sich gehört, Handshake und Bier und es wurde weiter getanzt. Wenn ich in einem Wort beschreiben müsste, was auf der Rückfahrt abging, würde ich sagen: Utopisch!
In diesem Sinne: Niemand wie wir!


Green Bastards
Chemie Leipzig

Mittwoch, 11. Oktober 2017

NK Kraljevica - NK Rječina

01.10.2017
1. ŽNL Primorsko-goranska (4. Runde)
Ergebnis: 4 : 1
Gradski Stadion „Milan Ružić – Minta“ Kraljevica
Zuschauer*innen: ca. 80

 
 
 

Mittwoch, 20. September 2017

Demokratie verteidigen!

Lange haben wir uns nicht in Schriftform geäußert, Gründe gab und gibt es genug.
Eine neue Liga und die damit verbundenen Herausforderungen, sowie das Ehrenamtliche Engagement im Verein, haben für uns oberste Priorität. Dennoch müssen wir uns zur aktuellen Lage äußern:

Am Sonntag, den 24. September findet neben dem Auswärtsspiel in Meuselwitz, die Bundestagswahl statt. Wir können uns glücklich schätzen, in einer Republik zu leben.
In der wir frei und unabhängig wählen können, wer uns regiert. Das dies nicht selbstverständlich ist, dürft viele ältere Chemiker_innen noch aus der Vergangenheit kennen. Wir fordern ALLE Wahlberechtigten auf, ihr Kreuz zu machen. Und damit zu verhindern, das es zum ersten mal seit der Gründung der Bundesrepublik, eine Faschistische Partei in den Bundestag schafft.


Green Bastards – Chemie Leipzig